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Peter Selgs Lausbubengeschichten - von vorbildlichen Männern und Frauen um Rudolf Steiner - oder: Was ist eine 'anthroposophische' Biographie?

Rüdiger Blankertz

Category: Philosophy, Language: D, cover: PB, pages: 37, year: 2004.

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Ein mehr oder weniger direkter Anlass zu diesem lehrreichen Aufsatz Blankertz war eine Fussnote*** in Peter Selgs «Gerhard Kienle, Leben und Werk» - Eine Biographie (Dornach 2003), die sich auf den sog. Briefwechsel**** zwischen Ballmer und Kienle bezieht. Es geht in diesem Aufsatz Blankertz nicht vorrangig um Peter Selg (und soll diesen auch nicht verunglimpfen*****), sondern es geht vielmehr um das Wesen von Biographien.

Biographisch interessant ist u.a., dass Ballmers Kritik (aufgrund einer Indiskretion Poppelbaums) Kienle genau in der arithmetischen Mitte seines Lebensalters traf. Als anthroposophischer Arzt und Wissenschaftler wollte Kienle die Anthropologie (Stichwort 'motorische Nerven') mit der Anthroposophie Rudolf Steiners in Einklang bringen. Ballmer versuchte Kienle zu erklären, dass es laut Rudolf Steiner keine 'motorischen Nerven' gäbe. Kienle brauchte dann noch 30 Jahre, um sich der Tragweite des damaligen Anliegen Ballmers bewusst zu werden, wie Blankertz aus dem letzten (anthroposophischen) Vortrag Kienles ableitet. Kienle starb ein Jahr nach diesem Vortrag überraschend an einer Krankheit.

***) "In der Biographie Gerhard Kienles (* 22.11.1923 Madrid,  2.6.1983 Herdekke) handelt Peter Selg dessen  z e n t r a l e s  biographisches Ereignis, nämlich seine geistige Konfrontation mit Rudolf Steiner durch  K a r l  B a l lme r  (1891 — 1958), in einer  s c h ä b i g e n  Fußnote (Nr. 303, Band I, S. 161) ab, die den ganzen damit ausgelösten tief bedeutsamen Vorgang in der Seele Kienles als ein bloßes 'Ärgernis' darstellt. (Es bleibt einer gesonderten Darstellung vorbehalten, die Voraussetzungen aufzudecken, aus denen heraus Peter Selg zu dieser fatalen Fehleinschätzung eines wichtigen Ereignisses in der Geschichte der anthroposophischen Bewegung kommt und worin dieses Ereignis eigentlich besteht. Hier soll nur eine Skizze gegeben werden.)"

– Zitat, p31

****) "sog.", denn ein Briefwechsel kam nicht zustande, weil Kienle inhaltlich überhaupt nicht auf Ballmers Kritik antwortete. Näheres hierzu in Gerhard Kienle und Karl Ballmer - oder: Das Recht Rudolf Steiners in der Anthroposophie [1983-2004] Zugleich ein Nachtrag zu Karl Ballmer: Briefwechsel über die motorischen Nerven" (2004) von Blankertz genauer ausgeführt wird.

*****) "'Lausbube' war ursprünglich eine Bezeichnung für Ministranten in der katholischen Messe. Als diese noch in Latein gelesen wurde, lautete der Liturgieteil für die Ministranten 'L a u s   t i b i   C h r i s t e' ('Lob dir Christus'). [...] Das deutsche Wörterbuch meint, der Lausbub bedeute hier ein Subjekt, das kein übles Ingenium habe, aber sich durch einen  s c h ä b i g e n  Willen unnütz macht. Im Grunde besteht der Lausbube also darin, daß dieser etwas mit  W o r t e n  lobt, ohne es auch im Bewußtsein  t u n  zu können. Denn dazu bräuchte er — Anthroposophie. Der 'schäbige Wille', der in der Fußnote 303 des Selgschen Buches über Gerhard Kienle aus dessen zentralen Biographie-Ereignis ein bloßes Ärgernis macht, [...]"

– Zitat, p37