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Das Leben Jesu. Harmonie der Evangelien nach eigener Übersetzung. Nach der ungedruckten Handschrift in ungekürzter Form herausgegeben von Paul Roques.

Georg Wilhelm Friedrich Hegel (Autor), Paul Roques (Herausgeber/Einleitung)

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In Bezug auf Karl Ballmers "Dabeisein" (Zeugung) in "Sünde [und Gnade] (geplante[?] Einleitung zu Biedermanns "Dogmengeschichte"****)", 1947 [todo: veröffentlicht wo?], fand ich dies von Hegel:

    "Das Vereinigte trennt sich nicht wieder, denn in der Vereinigung ist nicht ein Entgegengesetztes behandelt worden; sie ist rein von aller Trennung; die Gottheit hat gewirkt, erschaffen."

"Über die Liebe. Eine philosophische Anthologie" enthaelt Auszuege zum Thema Liebe u.a. von Platon, Plutarch, Thomas von Aquin, Dante Alighieri, Voltaire Augustinus, Boethius, Hegel, Schopenhauer, Kierkegaard, Freud, Simmel.) Der im Hoerbuch enthaltene Beitrag von Hegel ist mit "Über Moralität, Liebe, Religion" betitelt. Ich fand die Quelle dieses Beitrag in dem Buch:

"Das Leben Jesu; Harmonie der Evangelien nach eigener Übersetzung. Nach der ungedruckten Handschrift in ungekürzter Form (1906)"

Von allen beitraegen der anthologie gefiel mir der Hegels am besten.

Im folgenden ein ausschnitt aus der volltextversion, wobei die originalsequenz unten im wesentlichen enthalten ist. (start x/ende x bezeichnen die reihenfolge wie im hoerbuch vorgetragen. keine ahnung warum der text fuer das hoerbuch umgestellt, einiges weggelassen und warum ein im volltext nicht enthaltener satz eingefuegt wurde.)

    "Wahre Vereinigung, eigentliche Liebe findet nur unter Lebendigen statt, die an Macht sich gleich und also durchaus füreinander Lebendige, von keiner Seite gegen einander Tote sind. Sie schließt alle Entgegensetzungen aus; sie ist nicht Verstand, dessen Beziehungen das Mannigfaltige immer als ein Mannigfaltiges lassen, und dessen Einheit selbst Entgegensetzung ist; sie ist nicht Vernunft, die ihr Bestimmen dem Bestimmten schlechthin entgegensetzt; sie ist nichts Begrenzendes, nichts Begrenztes, nichts Endliches; sie ist ein Gefühl, aber nicht ein einzelnes Gefühl; aus dem einzelnen Gefühl drängt sich das Leben durch Auflösung zur Zerstreuung in der Mannigfaltigkeit der Gefühle, um sich in diesem Ganzen der Mannigfaltigkeit zu finden; in der Liebe ist dieses Ganze nicht als in der Summe vieler Besonderen enthalten ; in ihr findet sich das Leben selbst als eine Verdoppelung seiner selbst und Einigkeit desselben. Das Leben hat von der unenrsvickelten Einigkeit aus durch die Bildung den Kreis zu einer vollendeten Einigkeit durchlaufen. Der unentwickelten Einigkeit stand die Möglichkeit der Trennung und die Welt gegenüber. In der Entwicklung produzierte die Reflexion immer mehr Entgegengesetztes, das im befriedigten Triebe vereinigt wurde, bis sie das Ganze des Menschen selbst ihm entgegensetzte, bis die Liebe die Reflexion in völliger Objektlosigkeit aufhebt, dem Entgegengesetzten allen Charakter eines Fremden raubt und das Leben sich selbst ohne weiteren Mangel findet. In der Liebe ist das Getrennte noch, aber nicht mehr als Getrenntes, sondern als Einiges und das Lebendige fühlt das Lebendige.

    {start 1.} Weil die Liebe ein Gefühl des Lebendigen ist, so können Liebende sich nur insofern unterscheiden, als sie sterblich sind, als sie die Möghchkeit der Trennung denken, nicht insofern als wirklich etwas getrennt wäre, als das Mögliche mit einem Sein verbunden, ein Wirkliches wäre. An Liebenden ist keine Materie, sie sind ein lebendiges Ganze. Liebende haben keine Selbständigkeit, [ihr] eignes Lebensprinzip heißt nur: sie können sterben. Die Pflanze hat Salz und Erdteile, die eigne Gesetze ihrer Wirkungsart in sich tragen, ihr Lebensprinzip ist die Reflexion eines Fremden und heißt nur: die Pflanze kann verwesen. Die Liebe strebt aber auch diese Unterscheidung, diese Möglichkeit als bloße Möglichkeit aufzuheben und selbst das Sterbliche zu vereinigen, es unsterblich zu machen, (indem sie unendliche Vereinigungen sich ausfindet, an die ganze Mannigfaltigkeit der Natur sich wendet.) {ende 1.}

    {start 3.} Diesen Reichtum des Lebens erwirbt die Liebe in der Auswechselung aller Gedanken, aller Mannigfaltigkeiten der Seele, indem sie unendliche Unterschiede [sich ]sucht, indem sie unendliche Vereinigungen sich ausfindet, an die ganze Mannigfaltigkeit der Natur sich wendet, [um aus jedem Ihrer Leben die Liebe zu trinken.]***

    Das Eigenste, das noch Getrennte vereinigt sich in der Berührung, in der Befühlung bis zur Bewußtlosigkeit, der Aufhebung aller Unterscheidung. Das Sterbliche hat den Charakter der Trennbarkeit abgelegt und ist ein Keim der Unsterblichkeit, ein Keim des ewig aus sich Entwickelnden und Zeugenden, ein Lebendiges geworden. Das Vereinigte trennt sich nicht wieder, denn in der Vereinigung ist nicht ein Entgegengesetztes behandelt worden; sie ist rein von aller Trennung; die Gottheit hat gewirkt, erschaffen.{ende 3.}

    Dieses Vereinigte aber ist nur ein Punkt, der Keim; die Liebenden können ihm nicht zuteilen, daß in ihm ein Mannigfaltiges sich befände. Alles, wodurch es ein Mannigfaltiges sein, ein Dasein haben kann, muß das Neugezeugte in sich gezogen, entgegengesetzt und vereinigt haben. Es windet sich immer mehr zur Entgegensetzung los; jede Stufe seiner Entwickelung ist eine Trennung, um wieder den ganzen Reichtum des Lebens zu gewinnen. Und so ist nun das Einige die Getrennten und das Wiedervereinigte; die Vereinigten trennen sich wieder, aber im Kinde ist die Vereinigung selbst ungetrennt. [Aus dem Vereinigten geht es durch ein feindliches, durchs Animalische zum Menschenleben.

    Das Trennbare aber kehrt in den Zustand der Trennbarkeit zurück; aber was vom bestimmten Bewußtsein noch getrennt war, wird alles auf die Seite geschafft, wird ausgeglichen, wird ausgewechselt.]

    {start 2.}Das Trennbare, so lange es vor der vollständigen Vereinigung noch ein Eignes ist, macht den Liebenden Verlegenheit. Es ist eine Art von Widerstreit zwischen der völligen Hingebung, der einzig möglichen Vernichtung, der Vernichtung des Entgegengesetzten in der Vereinigung, und der noch vorhandenen Selbständigkeit; jene fühlt sich durch diese gehindert. Die Liebe ist unwillig über das noch Getrennte, über ein Eigentum. Dieses Zürnen der Liebe über Individualität ist die Scham. Sie ist nicht ein Zucken des Sterblichen, nicht eine Äußerung der Freiheit, sich zu erhalten, zu bestehen. Bei einem Angriff ohne Liebe wird ein liebevolles Gemüt durch diese Feindseligkeit selbst beleidigt; seine Scham wird zum Zorn, der jetzt nur das Eigentum, das Recht verteidigt. Wäre die Scham nicht eine Wirkung der Liebe, die nur darüber, daß etwas Feindseliges ist, die Gestalt des Unwillens hat, sondern ihrer Natur nach selbst etwas Feindseliges, das ein angreifbares Eigentum behaupten wollte, so müßte man von den Tyrannen sagen, sie haben am meisten Scham, so wie von Mädchen, die ohne Geld ihre Reize nicht preisgeben, oder von den eiteln, die durch sie fesseln wollen. Beide lieben nicht; ihre Verteidigung des Sterblichen ist das Gegenteil des Unwillens über dasselbe; sie legen ihm in sich einen Wert bei, sie sind s c h a m l o s.** Ein reines Gemüt schämt sich der Liebe nicht; es schämt sich aber, daß diese nicht vollkommen ist. Sie wirft es sich vor, daß noch eine Macht, ein Feindliches ist, das der Vollendung Hindernisse macht. Die Scham tritt nur ein durch die Erinnerung an den Körper, durch persönliche Gegenwart, beim Gefühle der Individualität; sie ist nicht eine Furcht für das Sterbliche, Eigne, sondern vor demselben, die, so wie die Liebe das Trennbare vermindert, mit ihm verschwindet. Denn die Liebe ist stärker als die Furcht; sie fürchtet ihre Furcht nicht; aber von ihr begleitet hebt sie Trennungen auf, mit der Besorgnis, eine widerstehende, gar eine feste Entgegensetzung zu finden; sie ist ein gegenseitiges Nehmen und Geben. Schüchtern, ihre Gaben möchten verschmäht, schüchtern, ihrem Nehmen möchte ein Entgegengesetztes nicht weichen, versucht sie, ob die Hoffnung sie nicht getäuscht, ob sie sich selbst durchaus findet. Dasjenige, das nimmt, wird dadurch nicht reicher, als das andere; es bereichert sich zwar, aber um eben so viel das andere; ebenso dasjenige, das gibt, macht sich nicht ärmer; indem es dem andern gibt, hat es um eben so viel seine eigenen Schätze vermehrt. Julia in Romeo: «Je mehr ich gebe, desto mehr habe ich usw.»*) {ende 2.}

    Diese Vereinigung der Liebe ist zwar vollständig, aber sie kann es nur so weit sein, als das Getrennte nur so entgegengesetzt ist, daß das eine das Liebende, das andere das Geliebte ist, daß also jedes Getrennte ein Organ eines Lebendigen ist. Außerdem stehen die Liebenden aber noch mit vielem Toten in Verbindung; jedem gehören viele Dinge zu, d. h. jedes steht in Beziehung mit Entgegengesetzten, die auch für das Beziehende selbst noch Entgegengesetzte, Objekte sind, und so sind sie noch einer mannigfaltigen Entgegensetzung in dem mannigfaltigen Erwerb und Besitz von Eigentum und Recht fähig. Das unter der Gewalt des einen befindliche Tote ist beiden entgegengesetzt, und es könnte nur die Vereinigung darüber stattfinden, daß es unter die Herrschaft beider käme. Das Liebende, daß das andere im Besitze eines Eigentums erblickt, diese Besonderheit des andern, die es gewollt hat, selbst fühlt, kann diese ausschließliche Herrschaft des andern nicht aufheben, denn dies wäre wieder eine Entgegensetzung gegen [die Macht des andern. In diesem Falle scheut sich das Ärmere, dem Reichern zu nehmen, sich in gleichen Besitz mit ihm zu setzen, weil dieses selbst eine Handlung des Entgegensetzens getan, sich außer den Kreis der Liebe gesetzt, seine Selbständigkeit bewiesen hat] ; aber dieser Furcht, die sein Eigentum erweckt, kommt das Besitzende dadurch zuvor, daß es sein Recht des Eigentums, das ihm gegen jedermann zukommt, selbst gegen das Liebende aufhebt, [ihm schenkt]."


*) "Vgl. Romeo und Julia, II, 2.

Julia: My bounty is as boundless as the sea,
My love as deep : the more I give to thee,
The more I have, for both are infinite."

**) Betonung des Vorlesers im Hoerbuch.

***) [das eingefuegte kommt nur im Hoerbuch vor.]

****) Karl Ballmers "4. Teil der Einleitung zur Neuherausgabe der Christlichen Dogmatik" von Biedermann (1947). Ob diese Einleitung je (so) erschienen ist? Hier ein Zitat aus dieser [geplanten] Einleitung:

    "Der monumentale Ernst der biblischen Lehre von der Sünde beschlägt eine Erkenntnisebene, die man im genauen Sinne der Geisteswissenschaft als Okkultismus zu bezeichnen hat. Alle "Offenbarung" ist als Verhüllung grundsätzlich: Okkultismus. Im Sinne der Geisteswissenschaft weiß und erkennt der Okkultist mehr, als er aus diesem oder anderen Gründen der Menschheit mitteilt. Es ist ein Akt des geisteswissenschaftlichen Okkultismus, wenn in Genesis I, 2-3 den Menschen der Genuß vom "Baum des Lebens" vorenthalten werden mußte. [...]

    Sünde ist keine Kategorie der Ethik, sondern eine Form und Tatsache des Erkennens nämlich des "Erkennens" in seiner eigentlichen und ernsthaften Bedeutung, die nichts anderes besagt als: dabei sein bei der Hervorbringung eines physischen Menschen. Paradigmatisch: Adam erkannte sein Weib."

Weitere Zitate, die dieses 'dabei sein' (und die damit verbundene Entwickelung des Ich-Bewusstseins) betreffen, müssen aus Gründen der Rücksicht auf darauf nicht Vorbereitete vorenthalten werden.


Notes pour des lecteurs francais: Pour le sujet "La vie et l'amour dans la pensée du jeune Hegel": "Hegel. Vie de Jésus." Traduit et précédé d'une introduction par D. D. Rosca,... Thèse complémentaire présentée à la Faculté des lettres de l'Université de Paris de Georg Wilhelm Friedrich Hegel (Auteur), D. D. Rosca (Auteur), 1928 (la derniere re-edition date de 1976)

Il y a une autre traduction du meme oeuvre de Hegel: "La vie de Jésus. Précédé de Dissertations et fragments de l'époque de Stuttgart et de Tübigen" de G.W.F. Hegel (Auteur), Ari Simhon (Traduction).

Une petite description

Une description detaillee (mais ca ne parle pas de la partie du livre cite ci-dessus.)

une autre evaluation, a partir de page 17.


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