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Die moderne Physik ein philosophischer Wert?

Karl Ballmer, Peter Wyssling (Herausgeber), Martin Cuno (Herausgeber)

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Der kurze Text aus dem Jahre 1951 ist eine Beurteilung des (nach Ballmer im beibehaltenen "Trägheitsgesetz" dokumentierten) weltanschaulichen Gehaltes der modernen Physik – und somit moderner Wissenschaft überhaupt. Denn, so eine spätere Notiz: Ich hege die Überzeugung, daß die großen Entscheidungen in der Physik fallen, indem ich unter Physik das Postulat einer universellen physikalischen Weltanschauung verstehe, die in ihr Problem alle erdenkbaren Probleme der Theologie, Philosophie, Psychologie, Anthropologie, Biologie einschließt.

*

Das Abendland hat keine selbständige Wissenschaftstheorie hervorgebracht. Die "exakte Naturwissenschaft" hat zu den Grundbegiffen, die man von den griechischen Wissenschaftsvätern bezog, keinen einzigen neuen hinzugefügt (ausgenommen Goethes Begriff der Metamorphose). Es mußte aus europäischer "Wissenschaft" exakt soviel wieder herauskommen, als am Beginne die Griechen in sie hineingesteckt hatten.

Die abendländische Physik beruht auf dem einzigen Gedanken, daß Gott nicht ein KÖRPER sei. Das ist der weltanschauliche Gehalt der wissenschaftlichen Physik, der "klassischen" wie der "modernen". (...)

Am Beginne der Physik frug man: Wer ist der Garant dafür, daß eine Vielzahl von Körpern (z.B. menschlichen oder planetarischen Körpern) sich in EINER Welt befinden? Man beantwortete die Frage dahin: der Garant für die Eine Welt sei der Raum. Der Gedanke Raum duldet das Außereinander und Nebeneinander der Körper und erstellt zugleich, allerdings nur in einem Gedanken, ihre Einheit. Das Fundament der beginnenden Physik war mithin die Annahme, die Einheit der Welt sei nicht ein Körper (...), sondern sei bloß gedanklicher Art. Diese ursprüngliche Struktur der physikalischen Weltanschauung, als die Annahme, Gott sei nicht Körper, erhielt sich unverändert bis in die gegenwärtige postklassische "moderne" Physik. Man versteht unter "Welt" - wie z.B. Prof. Aloys Wenzl, indem er der fortgeschrittensten Physik eine Heimstätte in der altrömischen Metaphysik besorgt - die "Abbildung oder Realisierung eines unanschaulichen mathematischen Gebildes".

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Hier ein paar 'willkuerliche' zitate aus diesem Buch:
    Das "Trägheitsgesetz" Galileis und Newtons ist ein Monument des griechischen Unvermögens, den Körper als solchen als Prinzip und Subjekt der Veränderung zu wissen. Durch das "Trägheitsgesetz" ist die abendländische Physik Weltanschauung; durch nichts anderes sonst als durch das "Trägheitsgesetz" ist die Physik philosophisch belangvoll. Wie steht es denn mit dem Prinzip und Subjekt der Veränderung in der klassischen Physik? Das erste Erfordernis eines Systems der Physik ist ein sachhaltiges Prinzip der Veränderung. An der Frage des Prinzips der Veränderung entschied sich das Schicksal der abendländischen Physik - ob sie ein philosophischer Wert sei - schon in ihrer Geburtsstunde. Als Galilei und Newton die Bewegung der irdischen und außerirdischen Körper erforschten, da war das Interessante an der Bewegung nicht die Bewegung und auch nicht die Geschwindigkeit, sondern die Änderung der Geschwindigkeit. Da im Abendland Gott kein Körper und außerdem unveränderlich war, konnte das persönliche Wirken Gottes nicht als physikalisches Prinzip der Veränderung in Betracht kommen. Dagegen konnte es im Abendlande geschehen, daß man die Geschwindigkeits-Änderung zur "Kraft" und zum Aktor des als Mechanik verstandenen Weltvorganges erkor, zum tristen Ersatz für ein echtes Prinzip der Veränderung.

    Damit Änderung sei, muß ein ETWAS da sein, das sich verändert.
    [...]
    Frugen die Schöpfer der Physik wenigstens: Was ist Geschwindigkeit? Nein, sie zogen der Frage eine absurd leichtfertige Antwort vor:

    "Wenn ein Körper weder geschoben, noch gezogen oder sonstwie bearbeitet wird, kurz, wenn auf ihn keine äußeren Kräfte einwirken, so bewegt er sich gleichförmig, das heißt immer mit der gleichen Geschwindigkeit und geradlinig." - "Stellen wir uns eine vollkommen glatte Sraße vor und denken wir uns einen Karren mit Rädern, bei denen es überhaupt keine Reibung gibt. Einen solchen Karren könnte nichts mehr aufhalten; er müßte bis in alle Ewigkeit weiterrollen." Albert Einstein / Leopold Infeld: Die Evolution der Physik. Wien: Zsolnay, 1950. S.19 u. 18.

    Das Dogma, daß unbeeinflußte Körper sich in Ewigkeit gleichförmig geradeaus bewegen, scheint von einem Theologenkonzil und nicht von Physikern ausgeheckt zu sein. Irgend wann früher einmal, vermutlich in einer früheren Ewigkeit, wurde ganz einfach den Körpern der Impuls erteilt, und nun bewegen sie sich ewig gleichförmig-geradlinig, zwecks Verhinderung der Ernsthaftigkeit der Gott-Frage. Ich fürchte doch, daß es sich mit der Ewigkeit gewisser fataler Physikdogmen gleich verhält wie mit dem Karren, der bis in alle Ewigkeit weiterzurollen gedenkt.
    [...]
    Was ist der Raum? Newton vermutete in vager und unverbindlicher Weise, der Raum sei das "Sensorium Gottes". Es ist aber klar, daß es den Raum insofern gibt, als der Hans Kunz sein Gehirn als Körper empfindet. Der Körper, das ist entscheidend, ist das Prius des Raumes. In der "Logik" des Aristoteles ist dieses Ordnungsverhältnis nicht vorgesehen, und insofern ist die abendländische Logik als solche ein ernstes Physikproblem. Die Logik des Aristoteles, mit der das Kartenhaus der abendländischen Physik steht und fällt, ist im strengsten Sinne eine Logik des Raumes, in der abendländisch gültigen Begriffshierarchie wird die Spitze nicht vom Begriffe Körper, sondern vom Begriffe Raum eingehalten. Die famose Definition der Undurchdringlichkeit der Körper ist eine Aussage nicht über die Körper, sondern über den Raum: weil zwei physische Körper nicht zu gleicher Zeit den gleichen Raumteil einnehmen können, sollen sie "undurchdringlich" sein. Die Philosophen sanktionieren derlei ohne Federlesens. Der "Seelenforscher" und Geck Franz Brentano, der es als fallierter römischer Priester in Ordnung fand, daß die Physik und moderne "Psychologie" englisch gesteuert sind, sagt: "Es ist unmöglich, daß etwas ein wirkliches Ding und eine Vielheit wirklicher Dinge sei. Das hat schon Aristoteles ausgesprochen." Goethe konnte mehr, er konnte sagen: Das Blatt ist die ganze Pflanze; das grüne Laubblatt ist das Blütenblatt; das Schneeglöckchen ist der Steinpilz; die "Urpflanze" ist die Pflanzen alle.

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